Die Ausgangssperre aus meiner Sicht

Das gefühlte “Leben am Limit” in den Dolomiten

Als erstes möchte ich mich kurz vorstellen: ich heiße Astrid und arbeite bereits seid über 8 Jahren bei Holimites. Anfangs als Vollzeit-Teammitglied und seid der Geburt meiner ersten Tochter nur noch als Halbtagskraft. Meine Rolle im Holimites Team ist jene, alles unter Kontrolle zu haben. Arbeitsabläufe zu koordinieren, den Chefs etwas Arbeit abzunehmen und meinen Kolleginnen unter die Arme zu greifen. Ganz nach dem Motto: Alles und Nichts!

In diesem Blog-Beitrag geht es nicht um Zahlen, Fakten und medizinische Blickwinkel.
Es geht einfach nur darum, dass ich meine Gedanken und meinen Alltag während dieser außerordentlichen Situation mit euch teilen möchte.

Der Ausnahmezustand:

Für mich hat er am 23. Februar 2020 begonnen. Bis zu diesem Tag war das Coronavirus eher ein Geschehen aus den Nachrichten. Klar, Teile Norditaliens waren bereits stark betroffen, aber hier in den Dolomiten hat man von den vielen Schutzmaßnahmen nur sehr wenig mitbekommen. Die Wintersaison war im vollem Gange und man hatte nur wenig Zeit sich um andere Dinge Gedanken zu machen.
Ende Februar hat dieses Virus meinen ganzen Alltag auf den Kopf gestellt: Kita zu, Kindergarten zu + Hochsaison. Mehr muss ich glaube ich nicht dazu sagen 🙂

Anfang März kam dann alles Schlag auf Schlag: Kindergärten und Schulen wurden geschlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt, Öffnungszeiten in Bars und Restaurants wurden reduziert usw. Alles machte nur geringfügigen Sinn, da in unseren Tälern noch massenweise Touristen in den Hotels und auf den Skipisten ein und ausgingen. Aber auch dieser Tag ließ nicht lange auf sich warten: alle Hotels mussten ihre Gäste nach Hause schicken, die Liftanlagen schlossen von einem Tag auf dem anderen und das Szenario welches wir bisher nur von den Nachbarprovinzen kannten wurde auch hier in den Dolomiten (und in ganz Italien) zur Realität.

Im Moment befinden wir uns ca. seit 2 Wochen in Ausgangssperre und langsam schaffe ich es meinen Alltag so zu gestalten, dass er für alle Familienmitglieder einigermaßen zufriedenstellend ist. Ich schreibe ganz bewusst „einigermaßen“, denn es gibt immer noch zahlreiche Momente wo mich der Lagerkoller überkommt.

Versteht mich nicht falsch…ich liebe meine Kinder über alles und ich möchte sie auf keinen Fall mehr missen. Aber ich gehöre nicht zu den Müttern die vollkommen erfüllt sind, sobald sie sich um Hof & Haus kümmern können. Ich bin ein Arbeitsmensch: ich liebe es ins Büro zu gehen und meiner Arbeit am PC nachzugehen. Die Auszeit vom „Mami sein“ bringt Balance in mein Leben. Und gerade diese Balance geht mir während dieser Ausgangssperre am meisten ab.

Home office: Arbeite von Zuhause
Home Office während der Ausgangssperre

Meine Gedanken kreisen im Moment viel um die Arbeit und wie Holimites diese Situation rein wirtschaftlich am Besten überstehen kann. Buchungsanfragen sind im Moment Mangelwahre. Stattdessen ist unser Postfach voller Fragen bezüglich Storno und Rücktrittsbedingungen. Keine leichte Zeit für Reiseveranstalter!

Dankbarkeit

Ich weiß: es ist jammern auf hohem Niveau! Ich bin mir bewusst, dass ich mich glücklich schätzen kann. Meine Arbeitgeber sind zum Glück sehr rücksichtsvoll! Ich kann mir die Arbeitszeit selbst einteilen und ich arbeite im Moment von zu Hause aus während meine Kinder schlafen. Die restliche Zeit verbringe ich mit den Kleinen im Garten oder im Haus. Ich habe unser großes Haus mit Garten erst während dieser Ausgangssperre so richtig zu schätzen gelernt.

Aber das Allerwichtigste: alle Menschen die mir lieb sind, sind gesund…eine Tatsache die absolut nicht selbstverständlich ist. <3

Mal schauen wie es weiter geht. Aber eines ist sicher: ich werde den Blick immer nach Vorne richten, auch wenn kein nahes Ende in Sicht ist.

Astrid

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